Neuen Carbonbogen getestet!

Ich habe gerade einen neuen Carbonbogen getestet: den „Viennabow“.

Und was soll ich sagen, ich war sehr angetan. Der Bogen liegt sehr gut auf der Saite und ist super ausbalanciert.

Die Stange hat keinerlei weiche Stellen, wie ich es oft von einfachen Brasilbögen dieser Preisklasse kenne. Da ich so positiv von dem Bogen überrascht war, habe  ich ihn auch gleich in meinen Shop aufgenommen.

Den Preis für diesen Bogen halte ich als Geigenbauer für ein echtes Schnäppchen: 98,– Euro kostet er nur!

Carbonbogen für Violine Viennabow

Kopf des Carbonbogen Viennabow

Der Bogen hat einen Ebenholzfrosch, eine Silberbewicklung, ein Pariser Auge( =>dies ist die Verzierung am Fosch: eine runde Perlmutteinlage mit einen Metallring), die Farbe ist schwarz.

Der getestete Bogen wog 60 Gramm

Eine echt Empfehlung für diesen Bogen!

8 Antworten auf „Neuen Carbonbogen getestet!“

  1. Ich glaube, den probiere ich mal als Zweitbogen aus. Wie ist er denn im Vergleich zu den diversen Bögen von Carbondix? Bei diesem Preis bin ich ja immer ein wenig skeptisch, obwohl – falsch machen kann kaum etwas…

  2. Hallo,
    nein falsch machen kann man dabei wirklich nichts, zumal ja eine angemessene Probierzeit gewährleistet ist…
    Und noch eine Bemerkung: ich würde als Geigenbauer keinen Bogen anbieten, bei dem ich kein gutes Gefühl hätte.
    Und wie gesagt:
    Für den Preis gibt es sonst nichts wirklich Vernünftiges.

  3. Liebe Freunde des Karboncellobogens,

    es gibt vielleicht mehrere Bauarten Karbonbogen. Mich interessiert, wie ein Geigenbauer mit dem Problem fertig wird, einen Karbonbogen neu beziehen zu sollen. Noch spannender ist die Frage, wie die Schraube hält. Bei einem traditionell gebauten Bogen wird die Schraube nicht durch das Teil gehalten, mit welchem man den Bogen spannt (das Rad), sondern die Schraube selbst liegt innen im Bogen am Ende der Bohrung auf Holz auf. Die mir bisher in die Hand gekommenen Karbonbögen jedoch waren allesamt bis zur Spitze hohl, so daß man, wenn sich das Rad von der Schraube löst, ziemlich brutal vorgehen muß, um beides wieder haltbar miteinander zu verbinden.

    Gibt es Geigenbauer, die mit solchen Problemen konfrontiert wurden und damit Erfahrung haben? Ich würde mich über Postings an dieser Stelle freuen. Vielen Dank vorab.

    R. Bassarak

  4. Guten Tag R. Bassark,
    zunächst zu Ihrer Frage, ob Geigenbauer einen Carbonbogen behaaren können: dazu ein klares ja ! Es gibt da auch kein Problem. Vorausgesetzt, der Carbonbogen ist vernünftig gebaut worden. Diese Voraussetzung unterscheidet aber Carbonbögen nicht von Holzbögen, denn die Form des Kopfkästchens sollte dem eines Holzbogens entsprechen und der Frosch ist bei Carbonbögen auch aus Holz und unterscheidet sich nicht von Holzbögen.
    Zumindest der oben beschriebene Bogen sowie Bogen von Codabow und auch Arcus sind problemlos zu behaaren.
    Zur Ihrer 2 Frage:
    Der Codabow z.B. ist nicht hohl und die Schraube stößt wie sie es eigentlich sollte (ist leider auch bei vielen Holzbögen nicht so) an das Ende des Schraubenloches. Sollte sich also einmal das Beinchen lösen, ist es problemlos und einfach zu befestigen.
    Selbst wenn die Stange hohl ist, sollte es gut möglich sein, diesen Hohlraum mit einem Pfropfen so zu verschließen, dass die Bogenschraube anstößt. Zum besseren Verständnis der Bogenmechanik ist hier ein Foto zusehen.Mechanik des Bogens Die Länge der Schraube sollte exakt der Länge des Stangenloches entsprechen.
    Mit freundlichen Grüßen
    H.-H.Uilderks
    Geigenbaumeister

  5. Hallo liebe Geigenfans,
    ich habe mich entschlossen, als Erwachsene nun Geige zu lernen, besorgte mir eine einfache Mietgeige und begann letzte Woche mit meiner ersten Musikschulstunde. Fazit zur Geige: Die Geige ist toll, klingt aber mit dem dazu gelieferten Carbonbogen irgendwie „blechern“. Mit dem Holzbogen meiner Lehrerin warm und sehr angenehm. Nun wurde mir geraten, den Bogen gegen einen Holzbogen zu tauschen. Nach allem, was ich bisher so gelesen habe, bin ich mir gar nicht mehr sicher, dass das Problem im Carbon liegen soll und jeder beliebige Holzbogen jetzt das Problem löst.
    Würde mich sehr über Meinungen und Tipps freuen!
    LG

  6. Hallo,
    empfehlenswert wäre es, einfach mal ein paar Bögen auszuprobieren. Sicherlich klingen Carbonbögen anders als Holzbögen, wobei auch Holzbögen nicht alle gleich klingen.
    Es ist eigentlich bei jedem Geigenbauer möglich, Bögen zu probieren und auch mal zur Ansicht mit nach Hause zu nehmen.

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